Von Altlasten und bohrenden Fragen

Liebe LeserInnen,

immer wieder plagt uns während unserer ehrenamtlichen Tätigkeit die große Frage nach dem „Warum?“ und „Wieso?“.
Können Sie sich unsere große Ratlosigkeit vorstellen, wenn wir wieder ungewollte Kätzchen finden oder Bürger uns ausgesetzte Katzen melden? Ein Phänomen, das in letzter Zeit leider viel zu oft und gefühlt gehäuft auftritt. Wie kann man als fühlender, denkender Mensch ein Wesen, dass einem Freund und Begleiter ist, so einem Schicksal überlassen? Warum bringen diese Menschen ihre Haustiere immer noch nicht verantwortungsvoll und ehrlich zu den Tierschutzvereinen? Warum nimmt man in Kauf, dass das Tier Hunger, Schmerz und Krankheit erleiden muss, nur, weil es nicht mehr in die Familie passt? Geht es wirklich nur ums Geld oder schämt man sich, weil man das Tier nicht weiter versorgen kann oder es schlichtweg nicht mehr will? In unseren Köpfen gibt es keine vernünftige Antwort darauf, die dieses Verhalten rechtfertigen würde.
Wir wünschen uns von ganzem Herzen, dass mehr Menschen in Zukunft wenigstens so ehrlich mit sich sind und so viel Verantwortung übernehmen, dass sie die Tiere persönlich bei uns abgeben. So erspart man ihnen wenigstens den Schock, plötzlich mit dem Leben auf der Straße zurechtkommen zu müssen. Über alles andere kann man in Ruhe mit uns reden.
Auch von Momos vorherigem Besitzer hätten wir uns das sehr gewünscht. Der ungefähr drei Jahre alte Kater blieb als Altlast zurück, nachdem der Besitzer sein Hotel verkauft hatte und weggezogen war. Für Momo stand die Welt plötzlich Kopf und nichts war mehr, wie es war. Der Napf blieb leer, die Haustür verschlossen und niemand strich ihm mehr mit einem freundlichen Lächeln über den Rücken. Ein Gast wurde auf das verschmuste Kerlchen aufmerksam, das verwirrt und ängstlich nach Futter suchte, und alarmierte uns. Seit Juli wartet dieser menschenbezogene, liebenswerte Kater jetzt auf seine zweite Chance, sein Für-Immer-Zuhause zu finden. Mit seinen Artgenossen kommt er sehr gut zurecht, daher suchen wir eine Bleibe als Zweitkater für ihn. Nach seiner Eingewöhnung können wir uns gut vorstellen, dass sich der schwarz-weiße Kater wieder über Freigang freuen würde.
Bei seinem Einzug ist er natürlich geimpft, gechipt, entwurmt und kastriert. Wenn unser hübscher Momo Ihr Interesse geweckt hat, melden Sie sich gern unter: 0151 – 508 768 72.

Ihr Tierschutzverein Güstrow

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