Tiertestament

Ein Herz für Tiere: länger als ein Leben lang…

Wer schon zu Lebzeiten aktiv den Tierschutz unterstützt hat, möchte häufig auch über das eigene Dasein hinaus etwas Gutes für die Tiere tun.
Viele Tierfreunde beschäftigen sich daher schon lange mit dem Gedanken, Ihre Erbfolge zu regeln oder sorgen sich, was mit ihrem Haustier nach ihrem Ableben geschieht. Den wenigsten ist bewusst, dass sie genau festlegen können, wer erbt und wer das hinterbliebene Haustier pflegen soll.

Durch eine Aufnahme des Tierschutzvereins Güstrow in Ihr Testament können Sie festlegen, dass wir mit einem Teil Ihres Erbes bedacht werden und es zum Wohle unserer Schützlinge einsetzen können. Ihr Vermächtnis kommt zudem ungeschmälert bei unseren Katzen an, da gemeinnützige Vereine von der Erbschaftssteuer befreit sind.
Auch die Zukunft Ihres Haustieres kann im Testament gesichert werden. Sie können bestimmen, wer sich um Ihren Liebling kümmern soll und auch, ob demjenigen dafür Teile Ihres Vermächtnisses zugesprochen werden sollen, um diese Pflege finanziell zu stützen.

Der Tierschutzverein Güstrow informiert Sie gern zum Thema Tiertestament und Vererbung an gemeinnützige Vereine.

Erbfolge

Damit Ihre Wünsche berücksichtigt werden können, müssen diese in einem Testament festgeschrieben werden. Denn ohne ein Testament tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Das bedeutet: zuerst wird Verwandten, dem Ehe- oder Lebenspartner und letztendlich dem Staat Ihr Erbe zugesprochen. Das Gesetz unterteilt die Erben in Ordnungen. Erben 1.Ordnung gehen z.B. vor Erben 3.Ordnung.
Eine kurze Übersicht dazu:

  1. Ordnung: Abkömmlinge des Erblassers, d.h. Kinder, Enkel, Urenkel usw.
  2. Ordnung: Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge, d.h. Eltern, Geschwister, Neffen, Nichten usw.
  3. Ordnung: Großeltern des Erblassers und deren Abkömmlinge, d.h. Großeltern, Onkel, Tante, Cousin, Cousine usw.

Besitzt der Erblasser keinen Verwandten oder Partner mehr, geht das Erbe an den Staat.
Am besten überlegen Sie, wer Ihr gesetzlicher Erbe wäre. Wenn Sie diesem Erben alles hinterlassen möchten, brauchen Sie nichts weiter zu tun.
Wenn Sie aber mit Ihrem Nachlass die Projekte und Vereine unterstützen wollen, die Ihnen am Herzen liegen, dann sollten Sie ein Testament errichten, in dem Sie Ihren letzten Willen bekunden.

Grundsätzlich hat jeder das Recht, die Erbfolge nach eigenen Wünschen zu regeln. Das Pflichtteilsrecht sollte dabei aber von Ihnen beachtet werden. Hier hat der Gesetzgeber geregelt, dass Abkömmlinge, Ehegatten und die Eltern des Erblassers einen Pflichtteilsanspruch in Höhe des halben Wertes ihres gesetzlichen Erbteils haben, wenn sie durch eine Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen sind. Der Pflichtteilsberechtigte wird kein Erbe, er hat lediglich einen persönlichen Anspruch auf Geld gegen den Erben.

Privatschriftliches Testament

Dieses Testament muss vom Erblasser vollständig handschriftlich verfasst werden. Dabei ist zu beachten, dass ein neueres Testament das ältere Testament teilweise oder völlig aufheben kann. Daher sollten Sie immer Ort und Datum mit aufschreiben. Die bedachten Erben müssen eindeutig mit Vor- und Zunamen sowie Geburtsdatum benannt werden. Sollten Sie eine Organisation in Ihr Testament aufnehmen, so muss die genaue Bezeichnung und Anschrift aufgeführt werden, damit es nicht zu Verwechslungen führt.
Den Schluss macht Ihre handschriftliche Unterschrift mit Vor- und Zunamen auf dem Testament.

Öffentliches Testament (Notariell)

Ein öffentliches Testament erstellen Sie beim Notar Ihrer Wahl. Dieser wird Sie auch umfassend beraten, um Ihre Wünsche rechtlich korrekt zum Ausdruck zu bringen. So werden Streitigkeiten aufgrund missverständlicher Formulierungen vermieden und das notarielle Testament kann den Erbschein ersetzen. So kann der Erbe nach der Testamentseröffnung sofort handeln.

Gemeinschaftliches Testament

Ehe- und eingetragene Lebenspartner können gemeinsam ein Testament errichten. Dies kann privatschriftlich oder notariell geschehen. Um alle Formulierungen rechtswirksam aufzusetzen, empfiehlt sich der Gang zum Notar. Dann wird Ihr letzter gemeinsamer Wille so ausgeführt, wie Sie es sich vorgestellt haben.
Sollten Sie Änderungen im gemeinschaftlichen Testament vornehmen wollen, so geht das nur, solange beide Partner am Leben sind. Nach dem Tod eines Partners ist der andere in der Regel an das gemeinschaftliche Testament gebunden. Durch eine Regelung, ob und inwieweit der überlebende Partner das Testament abändern darf, lassen sich daraus folgende Probleme vermeiden.

Erbvertrag

Bei einem Erbvertrag besteht die Möglichkeit, eine Regelung über den Verbleib des Vermögens auch mit einer Person zu treffen, mit der kein gemeinschaftliches Testament geschlossen werden kann. Ein Erbvertrag ist für den Erblasser jedoch bindend, gibt es dem Vertragspartner doch eine gesicherte Position in Form einer Anwartschaft. Die getroffenen Vereinbarungen können nicht einseitig wieder aufgehoben werden. Der Erbvertrag muss immer von einem Notar beurkundet werden.

Zuwendungen

Haben Sie sich entschieden, Ihren letzten Willen in einem Testament niederzuschreiben und möchten Ihr zu Lebzeiten begonnenes Engagement für die Tiere fortführen, so gibt es mehrere Arten, das zu tun.
Sie können eine gemeinnützige Organisation, wie den Güstrower Tierschutzverein, als Erben, Miterben oder Vermächtnisnehmer einsetzen und so unsere Arbeit unterstützen.
Des weiteren können Sie in Ihrem Testament festlegen, dass der Erbe Ihr Haustier aufnehmen oder in ein gutes Zuhause vermitteln muss und die anfallenden Versorgungskosten aus dem Nachlass bezahlt werden.

Erbe

Der Erbe tritt als Ihr Rechtsnachfolger in alle Ihre Rechte und Pflichten ein. Er übernimmt ihr gesamtes Vermögen, aber auch alle eventuell bestehenden Schulden.

Vermächtnis

Möchten Sie einer einzelnen Person oder Organisation ein einzelne bestimmte Sache, z.B. Wertpapiere, einen Geldbetrag oder eine Immobilie, vermachen, so wird derjenige nicht selbst Erbe sondern hat dem Erben gegenüber einen Anspruch auf diese Sache. Der Erbe ist verpflichtet, dieses Vermächtnis zu erfüllen.
Selbstverständlich können Sie festlegen, auf welche Weise Ihre Zuwendung verwendet werden soll. Sie entscheiden, welchem Projekt sie zu Gute kommt. In diesem Fall sollten Sie im Voraus das Gespräch mit der jeweiligen gemeinnützigen Organisation suchen, um sich zu beraten, wie Ihre Wünsche umgesetzt werden können.
Für was Sie sich auch entscheiden, der Tierschutzverein Güstrow wird Ihren Nachlass mit großer Dankbarkeit entgegen nehmen und mit besonderem Respekt gegenüber Ihren Wünschen behandeln.

Aufbewahrung von Testamenten

Notariell errichtete Testamente werden vom Notar grundsätzlich an das Nachlassgericht zur Verwahrung übergeben. Auch Ihr privatschriftliches Testament sollten Sie dort verwahren lassen. So sichern Sie sich und die Erben ab und das Testament fällt nicht in die falschen Hände. Jedes hinterlegte Testament wird im zentralen Testamentsregister erfasst. So wird gewährleistet, dass es nach dem Ableben eröffnet wird und die darin enthaltenen Wünsche den Beteiligten mitgeteilt werden.
Sollten Sie eine Hinterlegung beim Nachlassgericht nicht wünschen, so empfiehlt es sich, eine Person des Vertrauens über den Aufbewahrungsort in Kenntnis zu setzen, damit das Testament zu gegebener Zeit gefunden wird.

Wie erfährt der Tierschutzverein Güstrow davon, dass er in meinem Testament bedacht wurde?

Jeder, der ein Testament findet beziehungsweise in Verwahrung hat, ist verpflichtet, dieses nach Bekanntwerden des Todesfalls beim zuständigen Amtsgericht einzureichen. Wenn das Testament hinterlegt ist, erhält das Nachlassgericht eine Sterbefallmitteilung über das zentrale Testamentsregister. Anschließend wird durch das zuständige Amtsgericht das Testament eröffnet und den Personen, die etwas erben sollen, komplett oder auszugsweise, zugesandt.
Da dieser Vorgang aber durchaus ein paar Monate dauern kann, wäre es empfehlenswert, eine Ihnen nahestehende Person zu bitten, uns entsprechend zu informieren.

Was kann ich tun, damit meine Haustiere nach meinem Ableben gut versorgt werden?

Laut deutschem Recht können Tiere nicht erben. Sie gehen in den Besitz des von Ihnen bestimmten Erben über. Diesem können Sie in Ihrem Testament Auflagen erteilen, unter denen das Haustier gehalten werden soll oder ihn beauftragen, ein gutes Zuhause für das Haustier zu finden. Im besten Fall können Sie schon zu Lebzeiten mit Ihrem Erben über die Zukunft Ihres geliebten Vierbeiners sprechen und abklären, ob der Erbe die gewünschte Haltung gewährleisten kann.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine vertraute Person, die aber nicht Ihr Erbe werden soll, mit einem Vermächtnis zu bedenken, dass mit der Versorgung des Haustieres verbunden ist. Diese Person erhält einen festgelegten Betrag aus dem Nachlass, mit dem die Versorgung, Unterbringung und medizinische Betreuung bezahlt werden soll.

An dieser Stelle ein deutlicher Hinweis: Die Verfügung, Ihr Haustier nach Ihrem Ableben einzuschläfern, verstößt gegen das Deutsche Tierschutzgesetz und ist so nicht umsetzbar.
Des Weiteren verfügen Sie bitte nicht, dass das Haustier nach Ihrem Ableben nicht vermittelt werden darf, wenn es in unsere Obhut gegeben werden soll. Ein Leben in einer Tierauffangstation kann niemals eine liebevolle Familie ersetzen und wird das Tier sein Leben lang nicht glücklich machen.

Zu guter Letzt

Der Tierschutzverein Güstrow nutzt jede Spende, Schenkung und jeden Nachlass für die Versorgung und Vermittlung der von uns betreuten Tiere und um den Tieren in der Region eine starke Stimme zu verleihen.
Wir bringen jedem Menschen, der uns unterstützt, große Dankbarkeit entgegen, denn ohne die Zuwendungen von tierlieben Bürgern gäbe es uns schon lange nicht mehr.
Für Menschen, die auch noch über den Tod hinaus an das Wohl der Tiere denken, empfinden wir den größten Respekt und achten ihre Wünsche ganz besonders.

Egal wie groß oder klein Ihr Zuwendung an uns ist – sie hilft den Tieren.
So können Sie sich für eine Sache einsetzen, die Ihnen bereits zu Lebzeiten viel bedeutet hat, und etwas Gutes für die Tiere tun. Sie schaffen damit die Grundlage, dass wir , auch in Ihrem Namen, den Tieren mehr Recht verschaffen und ihnen ein gutes Leben ermöglichen.

Ihr Tierschutzverein Güstrow

 

Eine Broschüre zum Thema Tiertestament können Sie beim Deutschen Tierschutzbund bestellen:
https://www.tierschutzbund.de/spendenportal/spenden/testamente/