Brennpunkt Glasewitzer Chaussee: ein Schicksal

Liebe Tierfreunde,

auf den Bildern unten sehen Sie unser Sorgenkind Covid. Sie wurde im Juli in der Glasewitzer Chaussee eingefangen, als wir eigentlich nach der Mutter von zwei Findelkindern suchten.
Am nächsten Morgen fielen uns an der schwarzen Kätzin Verletzungen an der Innenseite ihrer Hinterbeine auf und wir brachten sie schnellstmöglich zu Dr. Linke. Nach einem Blick auf die Verletzungen war klar, dass sie ihr von Menschen zugefügt worden waren und das sie genäht werden müssen. Wir sind immer noch stinkwütend, wenn wir daran denken, wie ihr jemand das antun konnte!

Es hat eine Weile gedauert, denn die Wunden verheilten nur schlecht und Covid hängt auch noch mit einem alten Bruch an, doch mittlerweile ist endlich alles im grünen Bereich und sie durfte vor kurzem aus der Krankenstation ausziehen.
Ihren Erlebnissen entsprechend ist die arme Maus sehr misstrauisch und beäugt uns lieber aus einer gewissen Distanz. Wachleuten aus dem Gebiet war sie vorher schon mal aufgefallen und sie konnten sie ab und an streicheln. Wir hoffen, dass Covid in gute Hände vermittelt wird, wo sie langsam Vertrauen zu ihren Menschen fassen kann.

Die Glasewitzer Chaussee bleibt leider weiterhin ein großer Brennpunkt, der uns viele Sorgen bereitet. Zu viele halb verwilderte Katzen müssen dort ums Überleben kämpfen und im nächsten Frühjahr werden dort wieder Kätzchen geboren, von denen viele den ersten Geburtstag gar nicht erleben werden. Wir fangen so viele Tiere ein, wie wir können, kastrieren sie und lassen sie wieder frei. Wenn sie halbwegs zahm sind, nehmen wir sie auf und vermitteln sie, doch auch wir kommen an die Grenzen unserer Kapazität.

So lange sich in der Politik nichts ändert, es keine bundesweite Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für Freigänger gibt und die Kommunen die Tierschutzvereine bei der Versorgung von Fundtieren und der Auflösung solcher halbwilden Kolonien größtenteils finanziell allein dastehen lassen, werden diese Zustände niemals besser werden können!

Auch die Bürger müssen mehr aufgeklärt werden und Verantwortung übernehmen. Das Bewusstsein für die Bedürfnisse eines Haustieres und die Verantwortung, die damit einhergeht, muss bei jedem präsent sein. Die Anschaffung einer Katze und generell jeden Haustieres ist eine große Entscheidung, die das eigene Leben für die nächsten 10 bis 20 Jahre oder länger beeinflusst.
Kein Tier sollte einfach wie Abfall entsorgt werden, nur weil es nicht mehr ins Leben passt!

About